Richtig Bewegen im neuen Jahr 2010 (Frankfurter Neue Presse, 28.12.2009)
Der Jahreswechsel steht an. Diejenigen unter Ihnen, die bereit sind, im kommenden Jahr Dinge zu verbessern, sollten dort ansetzen, wo die Lebensqualität am effizientesten gesteigert oder wieder hergestellt werden kann. Eingeschränkt wird sie mit zunehmendem Alter am meisten durch Schmerzen, sowie Gelenk- und Wirbelsäulenverschleiß.
Diese Faktoren stehen für älter Werdende an Platz 1. An diesem Engpass, an dem Sie mit wenig Einsatz viel Positives erreichen können, sollten Sie ansetzen. Bitte machen Sie sich Folgendes bewusst: Deutlich über 90 Prozent der Schmerzen und Schädigungen des Bewegungsapparates sind alleine Folge von fehlenden oder einseitigen Bewegungsmustern. Bestimmte Positionen des Rumpfes und der Gliedmaßen werden gar nicht mehr eingenommen, andere immer wieder.
Je älter Menschen werden, desto mehr Zeit haben sie für diese Fehlentwicklungen. Das alleine ist der Grund dafür, dass Menschen mit zunehmendem Alter immer mehr an Schmerzen und Schädigungen des Bewegungsapparates leiden. Die genannten Bewegungsmuster sind in unserem Leben so allgegenwärtig, dass man die negativen Auswirkungen bei den meisten Älteren beobachten kann.
Deshalb steht für die herkömmliche Medizin und die Bevölkerung fest, dass diese Entwicklung normal ist. In den letzten Jahrzehnten verschärft sie sich aber immer mehr. Sogar Schulkinder werden inzwischen davon erfasst, leiden an Rückenschmerzen und werden immer bewegungseingeschränkter.
Das ist die Kehrseite des Informationszeitalters. In 5 – 10 Jahren, wenn die Menschen auf die dreißig zugehen, die mit Bildschirmen groß geworden sind, werden die entsprechenden Kosten, die schon heute massiv zur Unfinanzierbarkeit des Gesundheitssystems beitragen, explodieren.
Aber die Lösung existiert. Unabhängig von Krankenversicherungen und der herkömmlichen Medizin sind Sie selbst, dazu in der Lage, diese Entwicklung bei sich zu verhindern, sie aufzuhalten und sogar umzukehren.
Wie das geht? Indem Sie dehnende und verlängernde Bewegungen ausführen. Der Wert solcher Übungen ist klar definiert durch die Qualität, das heißt durch die hochwertige Auswahl der Positionen und Winkel. Je mehr sie sich an den genetischen Notwendigkeiten orientieren desto wirksamer wird die Muskulatur „gesundprogrammiert“. ... Verboten ist – entgegen der weit verbreiteten Meinung der herkömmlichen Medizin und der Physiotherapie – herkömmliche Muskelkräftigung. Diese verschlimmert die meisten Probleme. Wichtig ist, dass die Lerninhalte im Bewegungsunterricht korrigiert werden und der Lehrer dazu in der Lage ist, individuelle „Hausaufgaben“ zu geben. Hochwertige Bewegungssysteme sind so konzipiert, dass maximal 20 Minuten täglich ausreichen, um 16 Stunden Fehlprogrammierung auszugleichen.
Je früher Sie mit einem solchen ausgleichenden Bewegungsprogramm starten, desto leichter ist der schädigende Prozess umzukehren. Es ist unverzichtbar, gegen diese Strömung zu rudern, die aber mit jedem Lebensjahrzehnt deutlich stärker wird. Höchste Zeit also, spätestens mit dem Jahreswechsel konsequent damit anzufangen.
Dr. Petra Bracht (Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren)